29.06.2011

BuiltWithNOF
Benny

Er war ein schönes Kerlchen. Reinrassiger Mittelspitz. Früher konnte er stundenlang draußen rumflitzen. 16 Jahren ist er alt geworden. 2007 ging er über die Regebogenbrücke. Diesen treuen, außergewöhnlichen Hund vermisse ich heute noch!

Der Mittelspitz
Die Farbe ist schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt, andersfarbig, bei einer Größe von 34 cm +- 4 cm.

Die Geschichte von Benny

Man sieht sie leider nicht mehr allzu oft, die Spitze.
Ich finde, es sind tolle Hunde. Wachsam, treu und sehr verschmust.
Seit Jahrhunderten wurden überall in Europa Spitze gezüchtet und verbreiteten sich von dort auch in andere Teile der Welt. Heutzutage gibt es Spitze in vielen verschiedenen Größen (von 18–55 cm Schulterhöhe) sowie in zahlreichen Farbschlägen (schwarz, weiß, orange, graugewolkt, braun, gescheckt, black&tan und viele Zwischentöne).
Im Jahr 2003 wurden der Groß- und Mittelspitz von der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) zu gefährdeten Haustierrassen erklärt. Der Großspitz wurde dabei in die höchste / gefährdetste Kategorie eingestuft.
Quelle: Wikepedia

Meine Freundin wollte für ihren Sohn einen Hund. Also klapperte sie verschiedene Tierheime ab. Sie wurde auf ein Tierheim in Kürten aufmerksam. Ich sollte mitfahren und sie beraten. So entdeckten wir BENNY.
Für meine Freundin war es Liebe auf den ersten Blick. Er war erst seit einem Tag in dem Heim. Man hatte ihn von einem Züchter gekauft, der ihn laut Auskunft der Tierheimleiterin, an ein Labor verkaufen wollte. Unfassbar. Er war völlig verstört, mißtrauisch und ängstlich. Sein Urvertrauen gestört..

    Ich war skeptisch, weil es ungewöhnlich ist, dass sie Hunde bereits nach einem Tag abgeben, aber ich war mir sicher: der muß hier raus.
    Ich wußte, dass er es bei ihr gut haben würde. Also nahmen wir ihn mit. 3 Jahre ging es gut, dann hatte der arme Kerl wieder Pech. Erst starb der Ehemann und wenig später erlitt sie einen schweren Herzinfarkt. Krankenhaus und anschließend Reha, insgesamt 8 Monate. Der Sohn, nun 21, konnte den Hund nicht mehr zu sich nehmen. So kam er für einige Tage zu mir, aber er vertrug sich nicht mit meinem 16-jährigen Pucky. Also kam er ins Tierheim zur Pflege für 4 Wochen. Dann wurde klar, dass der Krankheitsverlauf Monate in Anspruch nehmen würde. Also suchte ich eine Pflegestelle für Benny. Ich fand eine Frau, deren Hund gerade gestorben war. Sie willigte sofort ein und sie kümmerte sich rührend um ihn. Es fehlte an nichts. Und wieder hatte er Pech. Die Frau verstarb 6 Monate später an Krebs. Ich war immer in Kontakt mit Benny geblieben und er war auch schon mal zu Besuch. Was nun? Ich wollte verhindern, dass er wieder in ein Heim zurück musste. Also versuchte ich es noch mal und nahm ihn wieder bei mir auf. Er hat wohl geahnt, dass es seine letzte Chance war. Nun verhielt er sich sich nicht mehr dominant gegenüber meinem alten Rüden, er blieb immer etwas zurück. Sogar beim Fressen wartete er ab, bis Puck fertig war. Erst dann fraß er, obwohl sie Beide einen Napf hatten. Beide Hunde respektierten sich von nun an. Benny beschützte Puck nach einem Monat bereits vor anderen, etwas zu stürmischen Hunden.
    Ich habe viel Geduld gebraucht bei der Erziehung, dieses verstörten jungen Hundes
    Es war eine lohnende Aufgabe und es hat viel Freude bereitet, zu sehen wie schnell Benny Fortschritte machte. Er wurde wieder fröhlich, er tollte wieder mit anderen Hunden. Es gab keine Agressionen mehr beim Spiel. Aber er behielt mich immer im Auge, er entfernte sich nie mehr als 4-5 m.
    Mit kleinen Kindern kam er anfangs gar nicht klar und das war ein echtes Problem, weil er doch so kuschelig aussah! Fremden gegenüber war er äußerst mistrauisch. Es dauerte Monate bis er Vertrauen fasste. So hat sich ein Freund monatelang um ihn bemüht und auf einmal wurde er so freudig begrüßt, als wenn sie seit Jahren die besten Freunde gewesen wären. Faszinierend.
    Nach und nach ging es auch mit den Kindern besser. Ich weiß noch, dass mein damals kleiner Neffe mächtige Angst vor Benny hatte. Als die Familie mal spazieren gehen wollte, gab es deswegen ein Riesengeschrei. Es half nix, der Jung mußte mit. Auf halben Weg wollte er dann auf einmal Benny an der Leine halten. So gingen sie 10 Minuten zusammen. Benny immer brav hinten dran. Am Ende des Spazierganges waren sie richtige Kumpel.
    Benny war, als er endlich zu uns kam, ein wirklicher Spitz in Not. Langsam, in den vielen Jahren, die er bei uns verbringen durfte, gewann er wieder Vertrauen. Wir wurden ein richtiges Team. Ich liebte ihn wegen seiner Fröhlichkeit die er uns brachte, seines bedingungslosen Vertrauens in den folgenden Jahren. Ach, er schlich sich langsam in mein Herz und dort wird er ewig einen Platz haben. Ich verstand seine Sprache, er spürte, was in mir vor ging. Streit konnte er allerdings gar nicht leiden. Dann verzog er sich in die hinterste Ecke und ich gewann schnell den Eindruck, dass er das Gezeter und Gemecker auf sich bezog. Faszinierend wie das auf uns wirkte. Ein Hund als Streitschlichter! Wo gibt es so etwas sonst?
    Mit den Jahren kam die Arthrose, dachten wir. Tapfer ertrug er Schmerzen, mehrere OP`s und endlich fand ein TA die Ursache. Es war keine Arthrose, sondern ein kleiner Knochensporn. Nach dieser OP hatte er keine Schmerzen mehr. Zu diesem TA hatte ich fortan großes Vertrauen und schätzte seine Fachkunde. Ausgerechnet er enttäuschte uns dann auf`s Brutalste.
    Irgendwann kommt der Tag vor dem sich, so glaube ich, jeder wahre Hundebesitzer fürchtet. Ja, auch Benny wurde mit 16 Jahren krank. Sicher, ein stattliches Alter, aber er war eigentlich noch fit. Mir fiel nur auf, dass er am After einen Knoten hatte, Also zum TA. Er meinte, dass wäre wohl eine Entzündung im Zusammenhang mit den Analdrüsen. Aha, glaubt man ja erst mal, man WILL es einfach glauben. Es gab Salbe und Spritzen. Natürlich halfen sie nicht. Eine TA, die mit in der Praxis arbeitete untersuchte ihn das nächste Mal und da war sie, die schlimme Diagnose. Ein Tumor, der schon in den Darm hineingewachsen war. Da ist man dann erst mal erschlagen. Sie meinte, eine OP wäre möglich, aber sie riet ab.  Die Tränen kamen draußen. In einer Klinik, die wir noch aufsuchten, waren sie der Meinung: kein Problem, das kriegen wir hin. Wer hatte nun recht, was war das Beste für Benny? Eine ganz beschissene Situation ist das. Man will seinen Liebling am liebsten ewig behalten, aber befriedigt man so nicht nur seinen eigenen Egoismus? Der Hund leidet und er kann nicht ewig Schmerztabletten nehmen und und.........
    Wir haben uns gegen eine OP entschlossen. Aber der Blick in die vertrauensvollen Augen von Benny ließ die Entscheidung jedes mal wie einen Verrat erscheinen. Er fraß noch gut, er beteiligte sich an unserem Leben als wenn nichts wäre. Nur fiel ihm das “Häufchen machen” immer schwerer. Auch knickte er hinten jetzt schon manchmal mit dem rechten Bein ein. Es war klar, es ging nicht mehr.
    Wir dachten, wir gehen zu dem TA unseres Vertrauens, wir machten den Termin. Benny folgte vollkommen ahnungslos , es ging ja “Gassi”. Auch in die Praxis ging er brav mit, da wird einem ja geholfen!
    Ich dachte, naiv wie ich wohl war (denn ich hatte nicht nachgefragt), er würde es würdevoll in einem netten Zimmerchen machen. NEIN!
    Wir kamen in die Praxis, ein hektischer Betrieb drum herum. Benny kam auf den Tisch, es ging alles blitzschnell. Es gab KEINE Beruhigungs- Betäubungsspritze vor ab, der Mistkerl jagte unserem Benny das Gift direkt in die Vene. Wir begriffen erst gar nicht was da geschah. Woher sollten wir wissen, was ein TA da gerade macht? Natürlich fragte ich dann, weil Benny auf einmal anfing zu röcheln, nach Luft rang, verzweifelt begann zu heulen. Mein Mann den TA anschrie, was er denn da gerade tue? Benny kämpfte um sein Leben, er wollte nicht gehen, es gab eine weiter Spritze, dann noch eine.... der TA murmelte nur, er verstehe das nicht........
    Ich schreibe hier nicht, was ich gerne mit dem TA gemacht hätte. Ich bin, da ich die Zeilen schreibe, noch voller Zorn und Wut. Vollmommen fassungslos verließen wir die Praxis anschließend. Wir konnten nicht nach Hause fahren, wir waren fix und fertig. Wir fuhren dann zu meiner Cousine. Sie brauchte Stunden, um uns wieder einigermaßen zu beruhigen.
    Nun, nach 4 Jahren war es an der Zeit, mir das “von der Seele” zu schreiben.
    I
    ch weiß, er hatte ein gutes, zufriedenes Leben bei uns und das ist Trost.
    Ich wünsche ihm alles Gute im Regenbogenland.

Benny an Bord

Benny am Strand

Vom Wind zerzauselt

Sein Freund

Fletscher, ein total lieber Kerl. Er wurde als junger Hund von irgendeinem Idioten einfach über den Haufen gefahren und dann auch noch auf der Strasse liegengelassen. Gott sei Dank hat ihn aber jemand gefunden und zum Tierarzt gebracht. Bei seinem jetzigen Frauchen hat er es super angetroffen. Glück im Unglück! Benny und Fletscher verband eine echte Hundeliebe.

[Home] [Benny] [Jack Daniels] [Meine Hobbies] [Balou] [Fotogalerie] [Links]